„Wir klären das“ in der Lüneburger Kläranlage

Das Thema im Profilfach Naturwissenschaften der 8. Klassen ist der wichtigste und vielfältigste Stoff im System des Lebens: das Wasser. Unser Körper besteht zu 70 % aus Wasser, ohne Wasser wäre keiner der wichtigen Stoffwechselprozesse möglich, nicht einmal atmen könnte man ohne die Befeuchtung der Lunge. Aber Wasser ist auch für industrielle und landwirtschaftliche Prozesse essentiell. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und die Entsorgung unseres Abwassers ermöglicht erst unseren hohen Lebensstandard und die hygienischen Bedingungen, die Lebenserwartung und Lebensgefühl seit ihrer Einführung revolutioniert haben. Auf unserer Exkursion zur Lüneburger Kläranlage lernten wir zunächst viel über die Geschichte der Abwasser-Entsorgung. Erst in den 30er Jahren wurde in Lüneburg eine Entsorgung über Rohre aufgebaut, wobei das Abwasser aber zunächst ungeklärt auf Felder in der Umgebung von Bardowick geleitet wurde. Erst in den 70er Jahren bekam Lüneburg eine richtige Kläranlage, obwohl einzelne Haushalte in der Altstadt noch bis in die 80er Jahre keinen Anschluss an das Abwassersystem hatten. Heute wird das Abwasser über verschiedene Reinigungsstufen vor allem biologisch geklärt, das bedeutet, dass Mikroorganismen: Bakterien und Einzeller alle organischen Verschmutzungen abbauen. Durch ständige Überprüfungen im Labor wird sichergestellt, dass nur sauberes Wasser in die Ilmenau geleitet wird. Allerdings ist dieses Wasser nicht schadstoff- oder medikamentenfrei, eine Überprüfung auf jede mögliche Chemikalie ist technisch nicht möglich. Wir konnten uns alle Reinigungsstufen genau ansehen und bekamen vom Abwassermeister Schröter interessant und lustig erklärt, welche Kuriositäten er schon erlebt hat. Auch im Labor und auf den Faultürmen war es aufregend. Hoch über der Erde auf einer luftigen Metallbrücke, die beide Türme verbindet, konnten wir Lüneburg von oben betrachten. In diesen Türmen wird der anfallende Klärschlamm von Mikroorganismen umgesetzt und Biogas erzeugt. Herr Schröter war beeindruckt von den GLH-Schülern (und Frau Studtmann stolz J), da sie wirklich alle Fragen zur Kläranlage beantworten konnten, obwohl das Thema im Unterricht der Vorwoche nur kurz mündlich eingeführt wurde. In NT werden wir nun selbst noch Versuche zur Wasserqualität und zum Wasserkreislauf machen und dabei unser Wissen zur Kläranlage nutzen.