Schüler-Vernissage

Kunstausstellungen gab es an der Schule schon einige: Unsere Kunstlehrerin Alexandra Uhle, zwei Malerinnen, deren Kinder das GLH besuchen, und externe KünstlerInnen, sie alle nutzten die Schulflure als Ausstellungsfläche für ihre künstlerischen Werke. Eine Ausstellung der ganz besonderen Art wurde  im  Oktober im Obergeschoss des Altbaus mit einer feierlichen Vernissage eröffnet. Als Premiere in der Schulgeschichte wurden erstmals Arbeiten unserer Schülerinnen und Schüler einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Die Idee dazu hatte Kultur-Organisatorin Evelin Schade schon länger mit sich herumgetragen, aber erst die Einführung eines Kunstkurses auf erhöhtem Anforderungsniveau (früher Leistungskurs) im letzten Schuljahr und die Kooperation mit Leistungskurs-Lehrer Lars Gäbel sollten dafür sorgen, dass diese Idee auch in die Tat umgesetzt werden konnte. Und so trafen sich am Abend des 26. 10. 2017 kunstinteressierte Eltern, Freunde, LehrerInnen und natürlich einige Nachwuchskünstlerinnen, um bei einem Glas Saft/Wein und herzhaftem Gebäck zu bestaunen, was im Kunstunterricht verschiedener Jahrgangsstufen oder aber in der Freizeit zu Hause entstanden war. Im linken oberen Flur hängen Bilder aus dem Kunstunterricht der Mittelstufe, der rechte ist den Werken der Leistungskurs-Schülerinnen vorbehalten. Nach einer kurzen Begrüßung durch Frau Schade und Herrn Gäbel führten drei von ihnen, alle aus der QII,  auch gleich selbst in ihr Werk ein. Sophias Bilder entsprechen vielleicht am ehesten dem, was man sich unter bildender Kunst vorstellt: Öl auf Leinwand oder Bleistiftzeichnungen, mal impressionistisch angehaucht, mal expressionistisch, oft bestechend realistisch. Die Motive reichen von Portraits über Landschaften bis zu Kampfszenen, beeindruckend ist die stilistische und technische Vielfalt. Abstrakter geht es bei Janet zu, sie hat sich der Skulptur und  vor allem der Fotografie verschrieben. In ihrer Einführung betonte sie deren Unterschied zur bildenden Kunst. Was zählt, sei der Moment, es gäbe nur eine Chance, zum richtigen Zeitpunkt auf den Auslöser zu drücken. Zwar gäbe es danach die Möglichkeit der technischen Nachbearbeitung der Fotos, aber der auslösende Moment sei unwiederholbar vorbei, die Situation nicht mehr reproduzierbar. Leas Spezialgebiet sind digital bearbeitete Werke. Manuell entworfene Bilder werden eingescannt und danach digital weiterbearbeitet. Lea verdeutlichte die vielfältigen  Möglichkeiten dieser Arbeitsweise und findet sie im Vergleich zur Arbeit mit Farbe und Pinsel sehr praktisch und zeitsparend. Ein Blick auf die fertigen Endprodukte gibt ihr Recht: Ein Unterschied zu manuell angefertigter Kunst ist zumindest für ein Laienauge kaum erkennbar. Nach dem Rundgang konnte man sich dem Urteil eines Schülers der 7. Klasse, die Herr Gäbel vor der offiziellen Eröffnung schon durch die Ausstellung geführt hatte, nur anschließen: “Ich wusste gar nicht, dass wir so begabte Künstler an unserer Schule haben!“ Schade nur, dass nicht mehr Kunstinteressierte der Einladung zur Vernissage gefolgt waren, der von Fabrizio Günther musikalisch untermalte Abend hätte ein größeres Publikum verdient gehabt. Aber es ist noch nicht zu spät, die Ausstellung kann zu den Schulöffnungszeiten noch bis zum ??? im 1. Stock des Altbaus besichtigt werden.